BEHANDLUNGSANGEBOT
Die nachfolgenden Fragen sollen einen Überblick zu dem Behandlungsangebot ermöglichen.
Psychotherapie (heißt wörtlich übersetzt „Dienst an der Seele”) bezeichnet die Behandlung seelischer Störungen mithilfe des professionellen, therapeutischen Gespräches und gezielter Übungen. Anders als ein Psychiater verordnet ein Psychotherapeut keine Medikamente, sondern entwickelt gemeinsam mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten für ein vertieftes Verständnis und eine Veränderung des Problems. Dabei bedient er sich wissenschaftlich überprüfter Behandlungsansätze, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Ganz wichtig dabei ist, dass man somit immer ein Mitspracherecht hat und verschiedene Ziele und Wünsche einbringen darf. Gemeinsam wird dann an den Zielen gearbeitet.
Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche sind Ärzte, Psychologen oder auch Sozialpädagogen, die eine speziell auf das Kindes- und Jugendalter ausgerichtete Psychotherapieausbildung abgeschlossen haben.
Das Erstgespräch muss hierfür vor dem 21. Lebensjahr stattfinden. Innerhalb der Psychotherapiesitzungen können Themen mit dem Patienten selbst besprochen werden. Es sind aber auch Gespräche mit den Bezugspersonen (z.B. Eltern, Geschwister, Freunde) möglich.
Grundsätzlich kann jedes Thema, das belastend ist und den Alltag einschränkt, ein Anlass für Psychotherapie sein.
Wir werden innerhalb der Kennenlernphase gemeinsam abklären, ob eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt und eine Psychotherapie (Verhaltenstherapie) indiziert ist.
Im Bereich der Psychotherapie gibt es ein fast unüberschaubares Angebot an Methoden und Verfahren.
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nur Behandlungen nach den derzeit anerkannten "Richtlinienverfahren". Hierzu zählen die Verhaltenstherapie, die analytische Psychotherapie (Psychoanalyse), die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die systemische Therapie.
In der Praxis wird Verhaltenstherapie angeboten. Die Verhaltenstherapie setzt im aktuellen Geschehen - dem "Hier und Jetzt" - an. Es wird mit vielen unterschiedlichen Methoden gearbeitet. Gemeinsam werden wir schauen, warum Du Beschwerden hast.
Grundlegend ist innerhalb der Verhaltenstherapie die Annahme, dass unser Leben durch Lernvorgänge geprägt ist. Gute und schlechte Erfahrungen verstärken Verhaltensweisen oder schwächen sie ab. Auch psychische Störungen können nach dieser Theorie aufgrund ungünstiger oder belastender Lernerfahrungen entstehen. Hat ein Mensch problematische Verhaltensweisen „gelernt“, kann er sie zufolge der Verhaltenstherapie auch wieder „verlernen“, bzw. neue, angemessenere Sichtweisen und Verhaltensmuster erlernen. Hierbei werden auch kognitive Elemente integriert und das Erleben, die Gedanken und Gefühle mit einbezogen.
Es gibt umfangreiche wissenschaftliche Studien, systematische Überblicksarbeiten und Metaanalysen, die die Wirksamkeit von Psychotherapie belegen und zwar nicht nur kurzfristig, sondern langfristig und zeitüberdauernd. Die neuere Forschung weist sogar darauf hin, dass durch Psychotherapie nicht nur Verhaltensweisen, sondern sogar neuronale Strukturen im Gehirn positiv beeinflusst werden.
Im Vorfeld lässt sich die Dauer einer Psychotherapie meist nur schwer vorhersagen.
Zuerst findet eine Kennenlernphase statt. Diese erste Phase wird genutzt, um sich kennenzulernen. Es wird u.a. überprüft:
- ob eine Therapie notwendig ist.
- wo das Problem liegt.
- ob ein gemeinsames Arbeiten möglich ist.
- ob Verhaltenstherapie das passende Therapieverfahren ist.
- ob Einzel- oder Gruppentherapie oder eine Kombination aus Beidem sinnvoll ist.
Daraufhin beginnt die eigentliche psychotherapeutische Behandlung. Die Gestaltung der Stunden hängt dabei ganz von der Mitarbeit ab.
Bei leichteren Beschwerden können bereits wenige Termine ausreichen. Bei chronifizierter oder komorbider Problematik ist häufig eine Langzeitbehandlung sinnvoll.
Im Regelfall übernehmen die gesetzliche und private Krankenversicherung alle Kosten.
Wenn Leistungen privat zu zahlen sind, wird im Vorfeld darüber informiert. Zu kostenpflichtigen Leistungen gehören z.B. das Ausfallhonorar bei (wiederholtem) Terminversäumnis.
Für Selbstzahler:
Selbstverständlich kann jede Psychotherapie auch ohne die Nutzung der Krankenversicherung in Anspruch genommen werden. Die dabei entstehenden Kosten werden in diesem Fall privat bezahlt (siehe Gebührenordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (GOP)).
Als reine Bestellpraxis wird eine feste Terminvereinbarung (telefonisch oder schriftlich) im Voraus benötigt.
Am besten wird in der Telefonischen Sprechstunde, montags zwischen 11.50 bis 13.30 Uhr unter der Telefonnummer: 0911 / 91 94 31 09 Kontakt aufgenommen. Andernfalls sollte auf dem Anrufbeantworter eine kurze Nachricht mit dem Namen, der Telefonnummer und dem Anliegen hinterlassen oder eine E-Mail Kontakt verfasst werden.
Keine der Kontaktmöglichkeiten eignet sich für Notfälle. In einem Notfall sollte bitte der Rettungsdienst (Rufnummer 112) verständigt werden.